Pressemitteilung vom 6. April 2021

Moderner Tanz als Immaterielles Kulturerbe der Menschheit nominiert

UNESCO-Ausschuss entscheidet Ende 2022

Die Bundesrepublik hat der UNESCO vorgeschlagen, den Modernen Tanz in Deutschland als Immaterielles Kulturerbe der Menschheit anzuerkennen. Der zuständige Ausschuss der UN-Organisation entscheidet voraussichtlich Ende 2022 über den Antrag.
„Der Moderne Tanz steht für den kreativen Aufbruch der Goldenen Zwanziger. Bis heute ist er eng mit dem Kampf um Emanzipation und für eine offene, demokratische Gesellschaft verbunden“, so die Präsidentin der Deutschen UNESCO-Kommission Maria Böhmer.

Dreharbeiten an der DSHS Köln für den UNESCO Filmbeitrag im Rahmen der Nominierung der Tanzkompany Odenthal aus Hürth

Zwischen Rhythmus und Ausdruck

Der Moderne Tanz umfasst die zu Beginn des 20. Jahrhunderts im deutschsprachigen Raum entstandenen und bis heute lebendigen modernen Stile und Ausbildungstraditionen der Rhythmus- und Ausdruckstanzbewegung. In der Zeit der Weimarer Republik entwickelten sich unter dem Einfluss von Persönlichkeiten wie Rosalia Chladek, Kurt Jooss, Rudolf von Laban, Maja Lex oder Mary Wigman verschiedene ästhetische Stile und Vermittlungsansätze, die bis heute praktiziert werden.

„Die gute Zusammenarbeit mit den vielen am Antrag beteiligten Vertreterinnen und Akteuren des Modernen Tanzes in Deutschland hat in einer von Distanz geprägten Zeit das Gemeinschaftsgefühl unserer vielfältigen Tanz-Community nochmals gestärkt“, erklärt Michael Freundt, Geschäftsführer des Dachverbands Tanz Deutschland. „Schon jetzt, vor der erhofften positiven Rückmeldung, hat die Nominierung uns Tanzschaffende in unserem Tun bestärkt und erneut verdeutlicht, dass der Tanz eine außerordentliche Kraft hat, Menschen zusammenzubringen“, so Freundt weiter. „Die Anerkennung des Modernen Tanzes als Immaterielles Kulturerbe würde die Bedeutung dieser Kunstform und die Strahlkraft ihres Wirkens unterstreichen und langfristig unterstützen.“

Dreharbeiten an der DSHS Köln für den UNESCO Filmbeitrag mit der Tanzkompany Odenthal aus Hürth

Angeregt durch die Lebensreformbewegung waren Tänzerinnen und Tänzer auf der Suche nach neuen Ausdrucksformen, nicht zuletzt in Abgrenzung zum klassischen Ballett. Ihre innovativen künstlerisch-choreografischen Ansätze und Vermittlungsmethoden bilden bis heute die Grundlage der Tanzerziehung und Tanzausbildung in Deutschland.

Hintergrund

Zum Immateriellen Kulturerbe zählen lebendige Traditionen aus den Bereichen Tanz, Theater, Musik, mündliche Überlieferungen, Naturwissen und Handwerkstechniken. Seit 2003 unterstützt die UNESCO den Schutz, die Dokumentation und den Erhalt dieser Kulturformen. Bis heute sind 180 Staaten dem UNESCO-Übereinkommen zur Erhaltung des Immateriellen Kulturerbes beigetreten. Deutschland gehört dem Vertrag seit 2013 an.

Dreharbeiten an der KatHO Köln für den UNESCO Filmbeitrag im Rahmen der Nominierung/ Interview mit Patrick Streicher


Einzelne Elemente aus den nationalen Verzeichnissen der Vertragsstaaten können für eine von drei internationalen UNESCO-Listen des Immateriellen Kulturerbes vorgeschlagen werden. Dazu gehören etwa die Saunakultur in Finnland und der Reggae aus Jamaika. Im vergangenen Jahr wurde das Bauhüttenwesen auf Vorschlag von Frankreich, Norwegen, Österreich, der Schweiz und Deutschland in das internationale UNESCO-Register guter Praxisbeispiele zum Erhalt Immateriellen Kulturerbes aufgenommen.
Ein Ausschuss der UN-Kulturorganisation entscheidet jährlich über die Aufnahme neuer Kulturformen in die UNESCO-Listen des Immateriellen Kulturerbes. Das Gremium setzt sich aus 24 gewählten Vertragsstaaten der Konvention zusammen.

Die drei internationalen UNESCO-Listen des Immateriellen Kulturerbes verzeichnen 584 Einträge aus 131 Ländern, darunter fünf aus Deutschland.

Weitere Informationen

Moderner Tanz im Bundesweiten Verzeichnis des Immateriellen Kulturerbes

Immaterielles Kulturerbe weltweit

FAQ Immaterielles Kulturerbe

Pressemitteilung der Deutschen UNESCO-Kommission
Verantwortlich: Timm Schulze

Deutsche UNESCO-Kommission
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Dreharbeiten an der katho Köln für den UNESCO Filmbeitrag im Rahmen der Nominierung Interview mit Krystyna Obermaier
Dreharbeiten an der DSHS Köln Interview mit Prof.´in Dr. Claudia Steinberg vo der DSHS Köln
Dreharbeiten an der DSHS Köln Interview mit Irina Selitser
Dreharbeiten an der katho Köln Interview mit Sabine Odenthal

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Tänzerische Gymnastik und Elementarer Tanz

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Kategorien: Vereinsleben